Vergeltung

Ich habe da noch jemanden entdeckt: Rebekka Holm, Sonderermittlerin aus Kopenhagen. Ihr erster Fall „Vergeltung“ führt sie in die Kleinstadt Ringkøbing. Zufälligerweise der Ort, an dem sie aufgewachsen ist. Und der Ort, an den sie eigentlich nie wieder zurückkehren wollte. Damit ist klar, dass uns Julie Hastrup im ersten Band der Serie gleich zwei Fälle serviert: Den um das ermordete 22jährige Mädchen Anna, dessen Ermittlungen Rebekka leitet. Und den um das Aufdecken der Vergangenheit von Rebekka. Was ist passiert – warum wollte sie nicht mehr zurückkehren?

Ja, das Privatleben der Ermittlerin inklusive Liebesleben und Romanzen nimmt einen sehr großen Teil der Handlung ein. Da Rebekka mir sehr sympathisch ist, freue ich mich darüber, so viel über sie zu erfahren. Sie macht einen guten Job, hat Ambitionen und Träume. Sie lässt sich nicht einschüchtern, ist unbequem und sich nicht zu schade dafür, sich mit ihren Fragen immer wieder zum Affen zu machen. Ihr Ermittlungsstil ist intuitiv, und damit eckt sie häufig an: „Ich habe das Gefühl, dass wir auf der falschen Fährte sind.“ Oder: „Ich spüre, dass XY der ist, den wir suchen!“ Damit geht sie ihren Kollegen gehörig auf den Geist. Mir allerdings nicht. Ich finde sie durchweg glaubwürdig und wie gesagt äußerst sympathisch.

Inhaltlich will ich gar nicht so viel über den Fall verraten. Nur das: Ich fand ihn spannend. Er durchläuft mehrere Wendungen, die für mich so nicht vorhersehbar waren. Außerdem ist er hervorragend geeignet für Personen, die so zart besaitet sind wie ich. Die Geschichte bleibt nahezu unblutig und Hastrup verliert sich nicht in Beschreibungen von grausamen Details, die dem Opfer angetan werden. Mein Fazit: Absolut lesenswert. Ich werde mir sofort den zweiten Fall zu Gemüte führen.