Schlagwort-Archive: Franz Hohler

Gleis 4

Nach all den Krimis und Thrillern war es mal wieder Zeit für einen Roman. „Gleis 4“ von Franz Hohler ist mir wie so oft ganz zufällig in die Hände gefallen. Ich habe die ersten Seiten gelesen und beschlossen, den Roman mitzunehmen. Ich habe es nicht bereut.

„Darf ich Ihren Koffer tragen?“ Mit diesem Satz fängt alles an. Eigentlich eine nette Geste, denn Isabelle sollte ihren schweren Koffer wirklich nicht selbst die Treppe hochtragen. Aus gesundheitlichen Gründen. Der Mann, der ihr freundlicherweise behilflich ist, offenbar auch nicht: Oben auf Gleis 4 angekommen kippt er um und ist tot.

Isabelle ist eigentlich auf dem Weg in den Urlaub. Daran ist nach dem tragischen Zwischenfall am Bahnhof aber nicht mehr zu denken. Stattdessen begibt sie sich auf die Suche nach der Vergangenheit des Mannes. Dabei hilft ihr sein Handy, das sie aus Versehen eingesteckt hat und das bald darauf zu klingeln anfängt. Und die Witwe des Verstorbenen, die aus Kanada anreist, um seine Angelegenheiten zu regeln.

Ich fand die Geschichte herrlich unaufgeregt und trotzdem fesselnd. Zwischen Isabelle und der Witwe des Verstorbenen entspinnt sich eine warmherzige Freundschaft, die beide Frauen so nicht erwartet haben. Das fand ich sehr berührend. Ein wenig seltsam und im Grunde überflüssig fand ich die Ausflüge in Richtung Vodoo-Zauber. Die brauchte es meiner Meinung nach nicht. Dafür entschädigt hat mich das Ende: Nach dem ganzen Vodoo brauchte ich keine unrealistischen Zufälle – und die gab es auch nicht. Zum Glück.

Mein Fazit lautet dementsprechend: Auf jeden Fall lesenswert.