Mit zwanzig hat man kein Kleid für eine Beerdigung

Beatrice lebt mit ihrem Bruder und ihren Eltern in der „Festung“ – einem Viertel, das sogar von der Polizei gemieden wird. In der Wohnung über ihr wohnt Alfredo mit seinen beiden Brüdern. Die Jungen werden regelmäßig von ihrem alkoholkranken Vater halb totgeprügelt. Beatrice und Alfredo freunden sich an, die beiden verbindet eine Art Hassliebe. Sie werden überall „Die Zwillinge“ genannt. Gleich zu Beginn des Romans Mit zwanzig hat man kein Kleid für eine Beerdigung erfahren wir, dass Alfredo gestorben ist. In der folgenden Geschichte erzählt Beatrice, wie es so weit kommen konnte.

Mich hat die Geschichte sehr berührt. Das lag sicher auch am Schreibstil, der schnörkellos und sehr ehrlich, teilweise auch ungeübt ist. Das passt zur Ich-Erzählerin, die eben aus sehr einfachen Verhältnissen stammt. Die Autorin, Valentina D’Urbano, ist noch relativ jung. Der Roman war eine Einreichung für einen Schreibwettbewerb, den sie damit gewonnen hat. Ich bin gespannt auf ihr nächstes Werk. Dann wird sich herausstellen, ob sie die Ungeübtheit ihrer Ich-Erzählerin in den Mund gelegt hat.

Fazit: Der Schluss der Geschichte hat mir nicht gut gefallen (ich will nichts verraten). Der war nicht vorhersehbar – weil er nicht gepasst hat. Zumindest hat er sich für mich nicht richtig angefühlt. Trotzdem kann ich den Roman empfehlen.