Bis gestern war ich harmlos

Die Signale zum Kauf des Romans „Bis gestern war ich harmlos“ von Andreas Kurz waren der Preis (EUR 4,95) und der Klappentext: „‚Ein Schrebergarten ist ein Hobby, Seidenmalerei und Bergsteigen sind Hobbys, meine Filmerei aber war viel mehr. Es war meine Art, mich der Welt zu stellen. Nämlich mit einer Kamera dazwischen.‘ Bobo ist noch jung und naiv, als er von seinen Freunden überredet wird, für deren Pornodreh als Kameramann zu fungieren.“

Klingt gut. Ist es aber nicht. Tatsächlich ist das „rasante Roadmovie voller Witz und Melancholie“ fad. Es gibt keine Überraschungen, keine unvorhersehbaren Wendungen. Das Buch kann noch nicht einmal sein kleinstes Versprechen halten: Die Filmerei, als Bobos „Art, sich der Welt zu stellen“ ist am Ende doch nur ein Hobby und die Geschichte mit dem Pornodreh auf ein paar Seiten abgehandelt. Dabei wäre das doch mal was richtig Neues gewesen.

Ich hatte während des Lesens das Gefühl, dass ich die Geschichte schon mal irgendwo mit anderen Protagonisten gehört / gesehen / gelesen habe. Ich will dem Autor hier kein Plagiat unterstellen sondern lediglich sagen, dass der Stoff ausgelutscht ist. Nachdem ich jetzt noch ein Porträt des Autors gesehen habe, bin ich vollends davon überzeugt, dass der Roman Schrott ist: einem 16-Jährigen hätte ich das als Erstlingswerk durchgehen lassen und gespannt auf den nächsten Erguss gewartet. Von einem erwachsenen Mann hätte ich mehr erwartet. Zumal der Roman nicht im Regal mit der Jugendliteratur zu finden ist.

Fazit: Andreas Kurz ist absolut harmlos, sein Roman absolut nicht lesenswert.