Arbeitslos und trotzdem sexy

Mit beiden Füßen fest auf dem Boden: Mia Colt.
Mit beiden Füßen fest auf dem Boden stehend: Mia Colt.

Ich lese es immer wieder: Unternehmen beschweren sich darüber, dass ihnen die qualifizierten Bewerber ausbleiben. Sie ärgern sich darüber, dass sie ihre Mitarbeiter im Ausland rekrutieren müssen. Sie meckern über die verzogene Generation Y, die Ansprüche stellt und sich nicht in gewohnte Abläufe fügen will oder kann. Schuldige sind schnell ausgemacht: Die Schulen, die Ausbildungsstätten, die Hochschulen, das Internet, die Eltern – die Liste lässt sich unendlich fortführen. Allesamt haben sie versagt und mit der Generation Y (sorry, die muss doppelt vorkommen) einen verwöhnten Haufen Nichtskönner mit überzogenem Selbstbewusstsein auf die armen Unternehmen losgelassen.

Wen wir nicht auf der Liste finden werden sind die Unternehmen selbst. Die haben es sich in ihrer Opferrolle nett eingerichtet und jammern lieber. Dabei könnten sie sich einfach mal ein paar Fragen stellen. Zum Beispiel die: „Sind vielleicht wir es, die überzogene Ansprüche an die Bewerber haben?“ Oder: „Verprellen wir die guten und qualifizierten Bewerber, weil wir nicht wertschätzend mit ihnen umgehen?“ Oder: „Sind unsere Bewerber-Tools einfach Kacke – so in Sachen Usability?“ Oder auch: „Sind wir vielleicht schlichtweg – sorry – zu blöd, die qualifizierten Bewerber zu erkennen?“

Mike Schnoor hat ebenfalls einen Artikel zu diesem Thema verfasst. Unter dem Titel „Was ist dran am Mythos Fachkräftemangel?“ beschreibt er das Problem wie folgt: Es sind häufig die Ansprüche der Unternehmen, die mit der Realität wenig zu tun haben und im Grunde gar nicht erfüllt werden können. Und es ist die viel zitierte „Geiz ist geil“-Mentalität, die in Deutschland auch den Arbeitsmarkt im Griff zu haben scheint. Schnoor: „Den Stellenwert des ‚Senior Irgendwas’ wiederum müssen sich selbst qualifizierte Mitarbeiter mit mindestens einer Dekade an Erfahrung, idealerweise in Leitungs- und Führungspositionen erarbeiten, um dann doch von einem anderen Kandidaten für ein um 20.000 Euro geringeres Jahresgehalt ausgestochen zu werden.“

Ich oute mich: Ich bin zurzeit arbeitslos. Das zu schreiben kommt mir fast wie eine Selbst-Stigmatisierung (gibt es so was?) vor. Ich bin Bewerberin, ich suche einen Job. Nicht erst seit gestern, sondern schon seit ein paar Monaten. Das ist mir sehr peinlich, denn die Jobs für qualifizierte Bewerber liegen schließlich auf der Straße. Wer da nichts findet – mit der / dem stimmt etwas nicht. Die / der hat’s halt einfach nicht drauf. Oder sie / er hat völlig überzogene Ansprüche. So ist es doch! Oder? Nun, ich halte mich für durchaus qualifiziert in meinem Bereich. Ich habe Studienabschlüsse, Erfahrungen, Referenzen, einen ordentlichen Lebenslauf, sehr gute Zeugnisse. Ich bin ein freundlicher und kommunikativer Mensch, der respektvoll und neugierig auf andere zugeht. Und trotzdem will mich keiner.

Ich weigere mich, die Schuld dafür ausschließlich bei mir zu suchen. Ich wurde (betriebsbedingt, wie es so schön heißt) gekündigt, das hat meinem Ego schon genug geschadet. Darum klage ich jetzt mal zurück, liebe Unternehmen: Ich sehe, dass auf eurer Seite qualifizierte Bewerbungsprozesse fehlen. Ich sehe Tools, die euch das Leben erleichtern – die es mir aber fast unmöglich machen, einen vernünftigen Lebenslauf und Referenzen hochzuladen (klingt lächerlich, ist aber wahr). Ich sehe lieblos dahingerotzte Stellenausschreibungen voller Fehler. Und ich vermisse auf eurer Seite Menschen, die mir und meiner Zeit mit der notwendigen Wertschätzung begegnen. Ihr wollt, dass ich künftig jede Woche 40 Stunden lang loyal das erledige, was ihr allein nicht schafft. Ihr seid diejenigen, die nicht allein klarkommen. Ein bisschen mehr Demut gegenüber euren Bewerbern würde euch gut stehen.

Ich bin seit mehreren Monaten aktiv auf der Suche nach einem neuen Job. Ich habe Bewerbungen rausgeschickt, hatte demensprechend viele Kontakte mit Unternehmen, Agenturen und Headhuntern. Ich hatte einige Vorstellungsgespräche. Die Erfahrungen, die ich gemacht habe, sind völlig unterschiedlich. Unterschiedlich mies. Ich bleibe regelmäßig fassungslos zurück, weil ich einfach nicht glauben kann, wie mit mir und mit meiner Zeit umgegangen wird. Da ich sicher nicht die einzige qualifizierte Bewerberin in ganz Deutschland bin, die derartige Erfahrungen macht, werde ich meine lustigen / schlimmen / unglaublichen Geschichten ab jetzt mit euch teilen.

Was das soll? Ich möchte nicht glauben, dass mit mir etwas nicht stimmt, weil ich es trotz intensiver Bemühungen nicht geschafft habe, innerhalb der zwei Monate meiner Kündigungsfrist einen neuen Job zu finden. Ich möchte meine Ansprüche an einen Job nicht herunterschrauben, nur um das Prädikat „arbeitslos“ möglichst schnell ablegen zu können. Ich möchte nicht als „unqualifiziert“ abgestempelt werden. Ich möchte viel lieber die andere Seite der Medaille beleuchten und zeigen, dass mit ganz vielen Unternehmen etwas nicht stimmt. Und ich möchte allen Mut machen, die in der gleichen Situation sind wie ich:
Mit uns ist alles in Ordnung. Wir haben bloß zurzeit keinen Job.

Also: Meine Anekdoten aus der Bewerberwelt demnächst hier, in diesem Theater.

P.S.: Mir geht es nicht darum, einzelne Personen oder Unternehmen anzuschwärzen, sondern darum, meine Situation an sich zu beschreiben. Darum werde ich natürlich keine Namen nennen – weder von Personen noch von Unternehmen. Für die Echtheit der Geschichten garantiere ich aber.

P.P.S.: Wer mir im Gegenzug seine Bewerbergeschichte(n) erzählen möchte, kann das gerne tun. Ich werde bestimmt antworten – ich hab ja gerade viel Zeit…

P.P.P.S.: Den Titel für den Artikel habe ich in Anlehnung an einen uralten Song von Knochenfabrik gewählt: „Obdachlos und trotzdem sexy“.

40 Gedanken zu „Arbeitslos und trotzdem sexy

  1. Letztens hatte ich mich bei dieser großen Mediengruppe, die sich in Köln/Deutz am Rheinufer breitgemacht hat, auf eine 18-monatige Trainee-Stelle beworben. Für ein Gehalt, das meinen Recherchen nach 11€/h nicht überschritten hätte (den konkreten Betrag nennen sie erst „wenn wir ein Angebot machen“ – aber ich kann recherchieren; ich hab’s studiert). Doch „beggars can’t be choosers“ und ich hätte meinen Lebenslauf für das Anforderungsprofil nicht besser backen können.

    Es wird ein Assessment Center veranstaltet; die Auserwählten dürfen sich danach bei einem entwürdigenden zweistündigen Gespräch aushorchen lassen („beginnen Sie in der Schulzeit“). Ich bekam die Stelle nicht – ließ es mir allerdings nicht nehmen, der Personalerin beim Feedbackgespräch („das ist ja auch ein tolles Angebot, das [gnädigen TV Sender einsetzen] den Bewerbern macht“) entgegenzuflöten, „Och, Sie können mich bestimmt gut einschätzen; Sie haben mir zwei Stunden in mein Innerstes geschaut. Da hab‘ ich mich auch gefragt, ob das bei dem Stundenlohn verhältnismäßig ist.“ Das tat gut.

    1. Hallo Veritas, danke für deinen Beitrag! Aus der Sicht eines Trainees stelle ich mir die Suche noch viel schlimmer vor: Unternehmen wollen jemanden mit Berufserfahrung und sind selten bereit, jemandem die Chance zu gewähren, diese Erfahrungen zu sammeln.

      Schön, dass du seinerzeit die Chance genutzt hast, einen Seitenhieb zu verteilen. Den Satz „Damit kannst du dir aber deine Chancen bei denen verbauen!“ kann ich nicht mehr hören. Das Unternehmen hat sich seine Chancen bei dir verbaut. Die haben angefangen. 🙂

      Rücken gerade und weitermachen! Ich drücke dir die Daumen.
      Mia

  2. JA PUNKT.
    Ich verstehe dich voll und ganz. Ich selbst bin gerade auf Jobsuche, weil mein Vertrag befristet ist und mein Noch-Arbeitgeber mir zwar seit Monaten versichert, dass ich einen unbefristeten Vertrag (mit einem halbwegs fairen Gehalt, denn zur Zeit bin ich gnadenlos unterbezahlt) bekomme. Nur ist das Weltunternehmen nicht dazu in der Lage irgendwas auf die Reihe zu bekommen.
    Ich habe nun wenigstens bereits 2 Jahre Berufserfahrung die ich vorweisen kann, jedoch in einer fachfremden Sparte, als das was ich studiert habe. Ich dachte eigentlich das wäre kein Problem, aber man kann aus allem eins machen.
    Überzogene Erwartungen von Unternehmen gibt es tatsächlich zuhauf, ich sehe es in Stellenanzeigen die ich jeden Tag lese, aber auch in meinem derzeitigen Unternehmen, das Software-Ingenieure sucht und angeblich keine finden kann. Nun ist der Standort hier nicht gerade das gelbe vom Ei und man muss eben auch etwas bieten können, nicht nur fordern. Aber das wollen auch die verantwortlichen Chefs nicht sehen.
    Über diese tollen Bewerbungsportale habe ich mich erst gestern wieder aufgeregt. Normalerweise meide ich sie wo es nur geht. Ich habe schon keine Lust mir bei jedem Unternehmen einen Account zuzulegen, den ich wahrscheinlich nie mehr benötige. Dann kommen aber Hürden hinzu wie „max. Größe der Dateien“, oder wie gestern: „das Passwort muss Groß-, Kleinbuchstaben, Sonderzeichen und Ziffern enthalten und mind. 8 Zeichen lang sein“. WTF! Warum muss ich mir für dieses Unternehmen ein extra Passwort ausdenken?! Für eine Initiativbewerbung, sprich ich hoffe nicht mal auf eine konkrete Stelle? Anschließend konnte ich meine Bewerbungen nicht mehr im Portal bearbeiten, weil ich mich nicht einloggen konnte. Weder gab es auf der Seite des Unternehmens eine Einlogg-Button (aber viele nicht verlinkte Verweise auf das tolle Portal!), noch gingen alte Links von zuvor.
    Als ich meinen Unmut auf Twitter kund tat, antwortete mir jemand, dass ich damit doch vorsichtig sein sollte, Unternehmen könnten hier auch mitlesen!! Ich komme immer noch nicht aus dem Kopfschütteln raus, was an freier Meinungsäußerung schlimm sein soll und wenn das Unternehmen mit der Kritik nicht umgehen kann, dann tut es mir leid. Warum ich in so einem Unternehmen arbeiten wollen würde ist mir schleierhaft.
    Ich könnte noch weitermachen, es ist tatsächlich eine never ending story. Ich bin ganz bei dir und hoffe du findest ein Unternehmen was dich so will wie du bist, und dass du es auch gut findest! Es ist nicht einfach einen Job zu finden, ich habe selbst nach dem Studium ewig (!!) gesucht, ein paar Monate sind gar nichts. Kopf hoch und nicht auf die Stimmen der anderen hören!
    Herzliche Grüße
    Lena

    1. Liebe Lena, vielen Dank für deine Geschichte!

      Bei deiner Beschreibung der Bewerbertools stieg gleich mein Blutdruck – ich raff das einfach nicht, was die da für einen Zinnober veranstalten. In meinem alten Job haben wir für einige große Unternehmen deren Jobbörsen komplett überarbeitet; konzeptionell wie optisch. Wir haben da schon einen guten Job gemacht, aber es ist so viel mehr drin. Es war auf jeden Fall interessant, mal die andere Seite zu sehen und mitzubekommen, an welchen Stellen sich die Unternehmen gegen Innovation einfach sperren: „Nein, das können wir aber nicht machen. Das wird viel zu kompliziert für unsere Mitarbeiter.“ – „Ok, dann lassen Sie es lieber kompliziert für Ihre Bewerber?“

      Auch dir drücke ich die Daumen, dass du eine gute Lösung für dich findest.
      Lieben Gruß
      Mia

      1. Ich denke auch, dass es oft nicht gewollt ist externe Leute einzustellen. Entweder zieht man Leute aus dem eigenen Unternehmen vor (wie auch immer das auf Dauer funktionieren soll). In der Lebensmittelbranche ist es z.B. unmöglich in einige Firmen reinzukommen.
        In dem „Global Player“ bei dem ich zur Zeit arbeite sieht es so aus, dass man weil man keine Leute findet (verzweifelt gesucht *ironie*), einfach Inder einstellt. Die sind zwar teurer, aber man kann sie auch nur für eine Woche einstellen bzw. wenn man sie nicht mehr braucht sind sie sofort weg. Das Wissen natürlich auch.

        Es ist einfach zum Verrücktwerden in Deutschland.

  3. Liebe Mia Colt, ich kenne das alles auch sehr gut. Grundsätzlich reagieren schon mal 95% aller Firmen nicht auf eine Bewerbung. Der Rest sendet schließlich nach Monaten eine Absage. Ein Highlight der letzten Zeit war die Firma Accenture. Nie eine Reaktion auf meine Bewerbung, dafür bekam ich aber einen Fragebogen gesendet, um Feedback für den Bewerbungsprozess zu geben. Darunter die Frage, welchen Personaler ich besonders loben möchte. Achja, und ein Freitextfeld für sonstige Gedanken. Der richtige Platz, um das Unternehmen mal daran zu erinnern, dass ein Feedback nur möglich ist, wenn man mal überhaupt reagiert. Accenture sucht im übrigen rare Experten mit langjähriger Berufserfahrung in Softwareentwicklung, Mehrfachqualifikation natürlich inklusive, plus Reisebereitschaft und einiges mehr.

    Null Feedback – dies scheint Usus! Ich dachte immer, es liegt an mir (mit 45 zu alt , zu oft den Job gewechselt usw.). Aber neulich erzählte mir ein junger Ingenieur aus der Automobilbranche, ihm ginge es genau so. Und der hat derzeit einen Job, möchte aber zu seiner Freundin ziehen und sucht dort etwas Neues.

    Insgesamt sollten sich die Unternehmen schämen, so mit Bewerbern umzugehen. Einmal bekam ich zur Antwort, man hätte auf die Stelle 200 Bewerbungen erhalten und könne sich nicht um jeden kümmern.

    Ist die Auswahl tatsächlich so groß? Rennt einem das Personal die Bude ein?

    Man muss dazu sagen, ich lebe in Baden-Württemberg mit ca. 3% Arbeitslosenquote.

    1. Hallo Schneeflocke, vielen Dank für deinen Kommentar. Die Erfahrung, die du in Sachen „Nichtreaktion“ machst, kann ich nur bestätigen. Ich empfinde es als unverschämt, noch nicht einmal einen Textbaustein zurückzuschicken. Und dann auch noch Feedback zum Bewerbungsprozess einfordern? Das ist echt zynisch und lässt mich mal wieder sprachlos zurück.

      Ich drücke dir auf jeden Fall auch die Daumen!
      Ganz liebe Grüße
      Mia

    2. > Ist die Auswahl tatsächlich so groß? Rennt einem das Personal die Bude ein?

      Bei bekannten Firmen wie Accidenture ja. Bei weniger bekannten Firmen eher nicht.

      Dass man viele Bewerbungen kriegt, heißt übrigens nicht, dass man viele geeignete Bewerbungen kriegt. Auch dann nicht, wenn die Erwartungen realistisch sind. Dank Mail ist eine Bewerbung schnell in die Welt geblasen, das merkt man vielen halt auch an. Das kombiniert mit der Tendenz von Bewerbern, nach ersten Misserfolgen sich im Namen der Flexibilität auch auf weniger passende Jobs zu bewerben, führt oft zu Fluten, die man irgendwie bewältigen muss.

  4. Bizarrerweise befinde ich mich seit ein paar Jahren ( jobunspezifisches Studium, jetzige Position mehr oder weniger Zufall) auf der Arbeitgeberseite.
    Es ist tatsächlich ziemlich aufwändig, gute Leute zu finden. Wir kümmern uns, zahlen überdurchschnittlich, das geht in München gar nicht anders. Wir wollen keine punktgenaue Qualifikation sehen, sondern eher die Bereitschaft, sich in ein Thema selbstständig reinzufuchsen.
    Aber wir sind ein kleiner Laden mit 20 Leuten; viel dringender als bei uns wollen 90% der Bewerber lieber bei den großen Sendern für ein pipifax Trainee Gehalt und befristetem Vertrag einsteigen. Das ist so.
    Vielleicht sind die, die den ‚Fachkräftemangel‘ spüren und die, die Assessment Center für ein Praktikum abhalten ja nicht dieselben….

    1. Hallo Helga, danke für deinen Beitrag. Ich weiß, dass es viele Unternehmen gibt, die respektvoll und wertschätzend mit ihren Bewerbern umgehen. Und ich freue mich zu lesen, dass es auf der Personalerseite Menschen gibt, denen das wichtig ist.

      Ich hab sowohl mit den großen als auch mit den kleinen Playern gleich – sorry – beschissene Erfahrungen gemacht. Deinen Beitrag nehme ich aber als Anlass, in meinen Bewerber-Geschichten die Unternehmensgröße zu nennen.

      Viele liebe Grüße!
      Mia

  5. So geht es mir auch seit einiger Zeit – trotz 20+ Jahren Berufserfahrung (inkl. 10-jähriger Selbstständigkeit) und zahlreichen Top-Referenzen bei nationalen & internationalen Startups, SMEs & Corporations.

    Bisher kamen fast nur Absagen (also wenn überhaupt eine Antwort kommt)… teils mit den abstrusesten Begründungen:

    „Surry but we are loocking for a native German Speaker“, aha, also Deutsch habe ich nun auch schon verlernt? Und das als Antwort auf eine Stellenanzeige welche auf Deutsch fordert: „Bewerbungen bitte in Englisch“… man ehrlich, lernt ihr erstmal korrektes Deutsch (es heißt „auf“ nicht „in“)!

    Wie auch immer, nun stehe ich endlich in Verhandlungen für einen Traumjob 🙂

    Also bitte Daumen drücken!

    Euch allen anderen: viel Glück – es liegt nicht an uns!

    1. Hi Erik, lieben Dank für deine Geschichte. Es ist schon absurd, was einem so alles passieren kann…

      Bei dir ist immerhin Land in Sicht. Ich drücke dir fest die Daumen für deinen Traumjob!

      Besten Gruß
      Mia

      1. Huhu Mia,

        darf ich fragen was Du beruflich so machst bzw. suchst? Kannst mir auch gerne eine Mail schicken wenn das hier nix zu suchen hat…

        1. Huhu zurück,

          ich habe zuletzt als Senior Consultant in einer Digitalagentur gearbeitet. Eine Mischung aus Beraterin, Projektmanagerin, Account Managerin und Konzepterin. Meine Expertise verteilt sich auf digitale (Unternehmens-)Kommunikation, digitales Marketing, Social Media und Enterprise 2.0. Durch meine journalistische Ausbildung bin ich auch als Redakteurin/Lektorin einsetzbar. Parallel arbeite ich freiberuflich an einer Hochschule als Dozentin für die Fächer „New Media Marketing“ und „Vernetzte Kommunikation“; heißt: Vorträge, Schulungen und Workshops landeten auch regelmäßig auf meinem Schreibtisch.

          Ungefähr das suche ich auch wieder: Eine gute Mischung, von allem ein bisschen. 😉
          Gruß Mia

    1. Hi Max, was genau meinst du? Ich komme aus der Agentur-Welt, da sind es eh nie 40 Stunden. Aber da Überstunden absolut selbstverständlich sind, weder bezahlt noch durch Freizeit ausgeglichen werden, werden sie gar nicht erst als solche bezeichnet. Das mit den 40 Stunden steht aber meist in den Stellenausschreibungen. Darauf hab ich mich bezogen.

      Gruß Mia

  6. Ich bin auch zweimal betriebsbedingt „freigesetzt“ worden und fand es furchtbar. Das Gequatsche um den Fachkräftemangel nervt mich seit Jahren, vor allem weil es in den Medien ständig hirnlos wiedergekäut wird. Ich habe mich dann irgendwann für den öffentlichen Dienst entschieden. Da sind die Bewerberprozesse auch nicht besser, aber durch die Unkündbarkeit kommt man wenigstens nie wieder in die Situation. Ansonsten: Mut nicht verlieren, breit streuen und unterschiedliche Kanäle wählen, irgendwann klappt es. Auch wenns nervt.

    1. Hi Patrick, danke für deinen Kommentar. Und: Schön zu lesen, dass du eine gute Lösung für dich gefunden hast. Das ist toll.

      Ich mach natürlich weiter – wie soll ich denn sonst an neue Stories kommen? 🙂

      Lieben Gruß!
      Mia

  7. Ich lass mal eine meiner liebsten Recruiting-Stories da, die sich an einer meiner Geburtstagsfeiern abspielte:

    Gast A: CSO (Chief Security Officer) eines großen Internetunternehmens, das zu der Zeit sogar mit Werbung Bussen und Straßenbahnen Bewerber suchte.
    Gast B: Entwickler mit einem _Namen_ in der Open Source Community. Erfahrung wickelt sich einmal bis zum Mond und zurück. War kürzlich arbeitssuchend und hat inzwischen eine neue Stelle in einer anderen Stadt.

    Gast A klagt, dass sie keine fähigen Leute finden.
    Gast B: „Ja, also mich habt ihr ja abgelehnt …“
    Gast A fällt alles, wirklich alles, aus dem Gesicht.

    Was war geschehen?

    Das große Internetunternehmen hat einen Recruiting-Dienstleister beauftragt. Die haben sich also alle Bewerber angesehen und erst mal abgeklärt, ob sie die grundlegenden Fähigkeiten vorhanden sind. Nur was durch den Filter kam, landete im Unternehmen und bei der suchenden Abteilung.

    Gast B hat seine Bewerbung so abgefasst, das jemand vom Fach sofort erkannt hätte, wieviel er auf dem Kasten hat. Seine Maintainer-Tätigkeiten für diverse Linux-Distributionen und Software etc. hatte er detailliert aufgeschlüsselt.

    In der Recruitingfirma sass jemand, der keine Vorstellung von dem hatte, was die Firma sucht bzw. was in dem Resume eigentlich drinsteht. Er hat den idealen Kanditaten für den Posten mit der Begründung abgelehnt, dass aus dem Resume nicht ersichtlich sei, dass er Linux-Kenntnisse habe.

  8. Hallo Mia,

    Super Reflektion, danke dafür.

    Ich bin seit 10 Jahren ein mini-kleiner ArbeitGEBER und suche immer mal wieder – wie auch aktuell – ArbeitNEHMER.

    Halt, falsch – Kommando zurück. Da stimmt doch was nicht ?!? Richtig, schon die Begrifflichkeiten sind falsch. Arbeitnehmer, Arbeitgeber, das ist doch alles Käse von vorvorgestern. Arbeitsgestalter und Arbeitsverwalter sind für mich die besseren Begriffe. Und ich sehe mich als Arbeitsgestalter und suche aber auch nur Arbeitsgestalter – und keine Arbeitsverwalter…

    Deshalb sage ich auch jeder/ jedem, der sich bei uns bewirbt: Der Mensch muss zum Unternehmen passen – UND umgekehrt. es geht um eine zwischenmenschliche Beziehung auf Augenhöhe. Es ist ein Geben und Nehmen, na klar, und wenn sich das für eine von beiden Seiten nicht fair anfühlt, dann folgt die Trennung. Deshalb sollten beide Seiten ein grosses Interesse daran haben, das Beste draus zu machen. Wer morgens zur Arbeit geht, weil er ,halt muss‘, ist nicht zu beneiden. Ich suche Leute, die echt Bock auf das haben, was wir tun und die wirklich gern morgens aufstehen und ins Büro kommen.

    Mit der Gen Y habe ich nur genau ein Problem: Ich habe das Gefühl, dass langfristiges Commitment immer weniger und seltener wird. Für meine kleine Butze 4-advice ist ein Arbeitnehmer – stopp Mitgestalter – eigentlich immer erst ,wirtschaftlich rentabel‘, wenn er vier Jahre oder länger bleibt. Und das tut heute kaum noch eine/r. Und ganz ohne Rentabikität geht’s halt auch nicht. Wie siehat Du das mit dem Commitment der Gen Y ? Eine Ex-Mitarbeiterin hatte als eins Ihrer Big Five ,mindestens alle drei Jahre was Neues machen’… ist ds nicht weitverbreitet – auch dank der ,Karriereberatung‘ der Hochschulen, bei der man gebetsmühlenartig zu hören bekommt, dass man häufig den Arbeitgeber 😉 wechseln muss ? Wenn man die Chance bekommt und NUTZT, sich als MITGESTALTER einzubringen, muss man meines Erachtens auch nicht so oft wechseln.

    Was ich nur jedem hier ans Herz legen möchte: Lest mal ,the big five for life‘ von John Strelecky – und damit verbunden mein Appell an alle hier: Wenn Ihr es Euch finanziell leisten könnt, dann macht nen Job auf den Ihr auch wirklich Bock habt und nicht den der 5€ mehr bringt als der andere.

    In diesem Sinne allen hier noch ne freudige Diskussion.

    1. Hallo Simon, vielen Dank für den guten Kommentar! Ich freue mich sehr, zu lesen, dass es unter den Arbeitgebern tatsächlich auch Arbeitsgestalter gibt, die nach Gleichgesinnten suchen. An dieser Stelle möchte ich kurz einfügen, dass ich natürlich auch gute Erfahrungen mache. Die werde ich auch mit euch teilen.

      Zu deiner konkreten Erfahrung mit der Generation Y kann ich nicht viel sagen; mir war nicht klar, dass dort eher kurzfristiges Commitment zu erwarten ist. Als Privatdozentin an einer Hochschule unterrichte ich Master-Studenten und treffe dort hauptsächlich auf hochmotivierte junge Menschen, die es nicht abwarten können, endlich zu arbeiten. Ich habe noch nie gefragt, wie lange sie sich einem Unternehmen verschreiben wollen. Das werde ich in Zukunft mal tun. Aus Neugier.

      Was ich aber bei den Studierenden feststelle, ist die fehlende Erfahrung (wo soll sie auch herkommen) im Umgang mit Menschen / Kunden und damit verbunden das fehlende Feingefühl für die Leute, die nicht mit dem Internet aufgewachsen sind. Für deren Unsicherheiten, Ängste und Befürchtungen. Dieses Feingefühl ist aber unverzichtbar, wenn man etwas ändern will – in einem Unternehmen, einem Prozess, einer Unternehmenskultur usw. Ich wäre eine schlechte Beraterin, wenn ich mich nicht als „Kundenversteherin“ verstehen würde.

      Ich versuche, in meinen Lehrveranstaltungen dieses Bewusstsein bei den Studierenden zu wecken. Die meisten, die mir gegenübersitzen, werden irgendwann in irgendeiner Form auf Kunden losgelassen. Ich fände schön, wenn sie in diesem Moment wüssten, was es mit dem Buzzword „Customer Experience“ in der Beziehung zwischen ihnen und ihrem Kunden auf sich hat. Das ist mein Ziel in der Ausbildung.

  9. Hi,

    find ich gut, dass du dir deinen Frust von der Seele schreibst.

    Paar Aspekte hätten mich noch interessiert:

    1) In welcher Branche arbeitest du denn bzw welche Tätigkeit machst du?
    => es macht einen Riesenunterschied, ob du Ingenieurin/Programmiererin oder Soziologin/IMM (Irgendwas mit Medien) machst.
    Meiner Meinung nach gibt es dann entweder zu wenig Bewerber oder zuviel und entweder man ist dann umworben oder eben nicht (auf viele Stellen gibt es dreistellige Bewerbungen).

    2) Wie stark schätzt du das „Frau: könnte bald Kinder kriegen und fehlt uns dann“ ein?

    3) Es geht den Unternehmen nicht darum dich als Person zu mögen, sondern die wollen einen Job erledigt haben. Wenn der Job für nen Bachelor machbar ist, warum dann dem Mastertyp mehr zahlen?

    Viel Erfolg dir

    1. Hallo und vielen Dank für deinen Kommentar!
      Zu deinen Fragen: Ich bin Beraterin für digitale (Unternehmens-)Kommunikation, digitales Marketing, Social Media und Enterprise 2.0 und arbeite freiberuflich als Dozentin. Das mit dem Kinderkriegen ist glaub ich in meinem Fall kein Thema, zumindest hatte ich nie das Gefühl. Es wurde in keinem meiner Gespräche auch nur subtil darauf angespielt. Zu deiner dritten Frage eine Gegenfrage: Wenn der Job von einem Bachelor gemacht werden kann – warum dann den Mastertyp mit seiner Erfahrung und seinder (im voraus bekannten) Gehaltsvorstellung überhaupt einladen? Das meine ich mit „die Zeit können alle Seiten besser verbringen“.

  10. Statt einer umfassenden Antwort:
    Ob es einen Fachkräftemangel gibt oder nicht und wenn ja, wo, mag mal dahingestellt sein.
    Im Bereich „was mit Medien“ gibt es jedenfalls keinen, und ja, das nutzen Arbeitgeber aus. So wie begehrte Kandidaten ebendas nach Kräften ausnutzen.

  11. Moin, moin, auch ich kann die beschriebenen Erfahrungen nur teilen….

    Es ist absurd nach 18-jähriger HR-Berufs- und Führungserfahrung für bekannte Unternehmen, dass z. B. ein 27-jähriger in der Preselektion und im Scan der Bewerbungsunterlagen und im anschließend Telefonat meine Kindheit und meinen CV beurteilt.

    Ich kann mittlerweile nur schmunzeln, weil die Qualität und Seriosität der HR-Abteilungen aufgrund der fehlenden Kompetenz der Mitarbeiter stark nachlässt. Etikette und wertschätzender Umgang mit Menschen verliert zunehmend – ich bin mir sicher, das rächt sich und…

    bekanntlicherweise trifft man sich 2x im Leben. Mit 48, Emphatie und viel Erfahrung werden die Bewerbungen derjenigen, die jetzt über mich richten und urteilen, auf meinem Tisch liegen . Und dann werden wir sehen, wie diese sich als omnipotente Superhelden darstellen….

    Speziell in Berlin gibt es einen Hype an HRlern, die sich kolossal überschätzen und ausgebeutet werden….Aber es ist eben hip für ein dumping-Gehalt in der Hauptstadt zu arbeiten….

    Lieben Gruß….Mira

    1. Vielen Dank für den Hinweis! War mir gar nicht bewusst. Das Foto finde ich allerdings auch schlecht gewählt. Vermutlich waren meine Beine mit Turnschuhen einfach nicht sexy genug. Aber ich werde jetzt nicht auch noch anfangen, mich über Sexismus auszulassen. Ich muss ja an meinen Blutdruck denken! 😉

  12. ich will dir zu deinen letzten blogeinträgen rund um das „schöne“ thema bewerbung gratulieren. wirklich toll geschrieben und man kann sich wiederfinden an den unterschiedlichsten stellen.

    mein „problem“ ist als neuling im bereich online-redakteur die fehlende berufserfahrung, die ich nicht sammeln kann, weil mich keiner lässt. selbst wenn in den ausschreibungen explizit quereinsteiger oder „junior xy“ gesucht wird.

    dazu kommt der definitv nicht vorhandene mangel an (fach)kräften im bereich medien. ich habe in einer absage erfahren, dass sich 350+ leute auf die stelle beworben hatten. das war weder bei einer hippen agentur, noch in einer hippen stadt. es ging um eine stelle bei einem kirchlichen wohlfahrtsverband.

    punkt 3 und mMn der entscheidenste: das gehalt. bin der überzeugung, dass einige unternehmen selbst weniger passend qualifizierte leute nehmen um geld zu sparen. wenn es gut läuft kann man xy halten bis er zu viel verlangt (nachschub ist vorhanden). wenn es nicht gut läuft nimmt man den nächsten der sich unter wert verkauft (nachschub ist vorhanden).

  13. vielen dank für diesen hemmungslosen artikel!

    sie sprechen mir aus dem herzen. betriebsbedingt gekündigt – abgefunden, längere zeit krank, zu alt, überqualifiziert, zu selbstbewusst, zu selbständig, falsches bundesland (umschulungsbegehren abgelehnt)… etc. pp.

    aber..
    noch immer sexy 😉

    ich wünsche allen suchenden den erfolg, den sie verdienen!
    lg, h.

  14. Liebe Mia,
    Danke für diesen Artikel, der mir total aus der Seele spricht. Vor allem wenn man die 35 oder auch 40 als Frau bereits überschritten hat, ist es noch viel schwieriger, im Arbeitsmarkt eine Stelle zu finden. Nach 50 Bewerbungen habe ich nun heute mein erstes Bewerbungsgespräch (!!!).
    Das ist sehr frustrierend. Vor allem wenn man jahrelange Berufserfahrung im Marketing und SoMed hat, aber halt keinen „Bachelor“ oder „Master“ darin oder irgendein anderes Zertifikat…… ok, das bekomme ich jetzt dann über eine vom Arbeitsamt gezahlte Weiterbildung, aber trotzdem ist das ein Armutszeugnis für Deutschland, dass praktische Erfahrungen inzwischen so wenig zählen.

    Und am meisten regen mich die Preislabels auf, die man sich als „Gehaltsvorstellung“ aufkleben MUSS, auch wenn man das vielleicht einfach gerne im Gespräch klären will, so wie früher. Denn ich bin soviel wert, was ich kann und auch Mehrwert für das Unternehmen biete. Fordere ich anfangs schon zuviel (in den Augen des Unternehmens und weit unter dem, was ich wert bin), lande ich gleich auf dem „Nein“-Stapel…… Auch darüber sollten Unternehmen einmal nachdenken, wenn sie qualifizierte Leute und Fachkräfte suchen: Es gibt zwar immer einen, der es billiger macht – aber Qualität hat einfach ihren Preis, und das nicht umsonst!

    In diesem Sinne allen „Schwestern im Geiste“ viel Glück bei der Suche, der richtige Job wird euch hoffentlich bald finden!

  15. Wertschätzung und Umgang auf Augenhöhe…

    Das ist für viele ein Fremdwort….

    Doch ich bin mir sicher, dass diese Superpersonaler selbst einmal von diesen Sachverhalten (betriebsbedingte Kü, … was auch immer) betroffen sein werden….

    Und dann ist das Geschreie groß – über inkompetente Juniorpersonaler, die sich selbst überschätzen, schmunzele ich…

    ich hatte immer einen Senior an meiner Seite, der mich auf die richtige Spur brachte, …

    Es gibt keine Ausreden im Personalwesen, keine Eingangsbestätigungen oä nicht zu versenden – es ist – auch beim extrem hohen Bewerbungseingang – eine Stilfrage komepetent zu reagieren… nämlich wertschätzend und wenn es noch so viel Zeit beansprcht.

    Viele HR-Chefs wissen gar nicht, wie die Ref- oder Sachbearbeiterebene reagiert und was alles auf der Strecke bleibt.

    Drum sich auch einmal über einen inkompetenten Hrler bei der GF beschweren – es ändert sich nur etwas, wenn man den Mangel aufzeigt.

    Eine E-Mail an die GF und die HR-Abteilung wird beäugt… ich kanns nur raten, nach diversen frechen Verhaltensweisen….

  16. Hallo zusammen,

    der Artikel ist sehr interessant und es beruhigt mich zu hören, dass viele gut qualifizierte Menschen lange nach einem Job suchen müssen und ich nicht die einzige bin, der es so geht. Ich habe im Frühjahr mein Studium erfolgreich abgeschlossen, habe gute Zeugnisse und bin seitdem auf Arbeitssuche, bisher leider erfolglos. Für mich ist dabei die größte Herausforderung, mit der gefühlten Ablehnung und dem „ins Leere arbeiten“ zurecht zu kommen, vor allem, wenn überhaupt nicht auf die Bewerbungen reagiert wird. Ich würde mich sehr freuen, wenn dieser psychologische Aspekt in den weiteren Beiträgen ebenfalls thematisiert wird…. 🙂

  17. Schön das jemand mal so ein Thema aufgreift!

    Ich kann nur bestätigen, wie ärgerlich es ist gut ausgebildeter Bewerber zu sein. Hatte viele traurige Erlebnisse.

    Bewerbe mich bei einer Firma auf eine interessante Stelle, nach kurzer Zeit ein Anruf der HR Dame. In diesem Gespräch haben wir uns nochmal sehr klar darüber unterhalten, dass ich eine sehr technische, entwicklungslastige Stelle suche. Wieder ein paar Tage darauf kommt auch schon eine Einladung zu einem Gespräch. Ich freu mich, nehme mir einen Tag Urlaub und bereite mich ausgiebig vor. An dem Termin sind dann der Abteilungsleiter, die HR Dame und eine Teamleiterin einer anderen Abteilung da. Die erste Frage ist sofort, dass ich doch mal kurz über mich erzählen soll. Als ich meinen letzten Satz beendet habe, blicken die beiden Anderen die Teamleiterin erwartungsvoll an und diese sagt nur: „Demzufolge passen sie also nicht in die Artikelverwaltung?“
    Ich war erstmal sprachlos! Ohne mir Bescheid zu geben haben sie mich auf eine Stelle eingeladen, die ich in dem Telefonat schon allgemein komplett ausgeschlossen habe und in keinster Weise meiner bisherigen Ausbildung/Erfahrung entspricht. Eine absolute Frechheit, die meine Zeit verschwendet hat und das Unprofessionellste war, was ich bisher erlebt habe.

    Grüße

    1. Um Ihrem Unmut Rechnung zu tragen, schicken Sie doch bitte E-Mail an die Geschäftsleitung und schildern dieses Vorgehen.

      Wie soll sich der Umgang bessern, wenn niemand weiß, wie mit Bewerbern umgegangen wird,….

      Ich kann es nur raten, denn ein derartiges Verhalten ist aus Arbeitgebersicht ebenfalls inakzeptabel , da Geld und Zeit (Personalkosten der Interviewpartner anfallen,…) verschwendet werden.

      ….

      1. Liebe Mia,

        ich finde Deinen Artikel großartig und kann alles nur bestätigen. Es ist unfassbar, was in Deutschland auf dem Arbeitsmarkt abläuft und wie verquer das Ganze in den öffentlichen Medien (oder sollte man besser Propaganda sagen?! ;-)) dargestellt wird.

        Ich erlebe gerade Folgendes:
        Bewerbung als Assistentin der GF mit angegebenem Gehaltswunsch bereits in der Bewerbung.
        Einladung zum Vorstellungsgespräch erfolgte und verlief ausgesprochen positiv.
        Einladung zum Zweitgespräch folgte, nun mit zweiten GF. Immer noch positiver Gesprächsverlauf und Bitte um Terminblock von 2 Tagen für Probearbeiten (super dachte ich, gerne!). Während des Gesprächs kommen aufeinmal eigentlich fachfremde Aufgaben hinzu, die nicht in der Stellenbeschreibung standen, die ich mir aber ebenfalls zutraue, da in der Vergangenheit in Teilen schon gemacht (aktiver Vertrieb und Marketing). Ich stimmte also zu. Dann wurde, trotz aufeinmal zusätzlicher Aufgaben, noch versucht das Gehalt nach unten zu drücken. Wurde nach meiner Schmerzgrenze gefragt und bin der GF hier noch etwas entgegen gekommen (Gehaltswunsch war der ausgeschriebenen Position und der damit einhergehenden Verantwortung absolut angemessen). Man hat sich sehr nett verabschiedet und versprochen, sich bis Ende August zu melden. Nun, zwei Wochen nach dem Zweitgespräch bisher keine Reaktion, obwohl ich gebeten wurde mir den 15. und 16. September, also nächste Woche, für ein Probearbeiten zu blocken. Ich finde eine solche Arroganz und Ignoranz einfach nur respektlos. Meine Vorfreude und das positive Gefühl hat sich in Ärger und Frust verwandelt, so dass ich eigentlich die Sache für mich fast abgehakt habe. Ein potentieller Arbeitgeber, der gemachte Zusagen bereits im Bewerbungsprozess nicht einhält, wird dies auch später, wenn man dort arbeitet, nicht tun.

        Der Management Coach Martin Wehrle hat ebenfalls ein Buch geschrieben, in dem er sich über das verquere Verhalten von Unternehmen Bewerbern gegenüber auslässt. Doch was nützt es in letzter Konsequenz?!? Ich wünsche allen Mitbetroffenen ein dickes Fell auch wenn es schwer fällt und dass die Mühe irgendwann durch einen kompetenten Arbeitgeber belohnt wird.

        Allen viel Erfolg und viele Grüße

        Sabine

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