Archiv für den Monat: September 2015

Das war’s jetzt erst mal – eine Bilanz

Ist jetzt wieder von der Straße weg: Mia Colt
Ist jetzt wieder von der Straße weg: Mia Colt.

Es ist ein bisschen still um mich und meine Bewerberstories geworden. Das liegt nicht daran, dass ich keine Geschichten mehr in der Schublade hätte, sondern vielmehr an meinem neuen Job. Es war auch wirklich leichtsinnig von mir, mich so intensiv zu bewerben. Seit dem 1. September stehe ich wieder in Lohn und Brot und hab nicht mehr viel Zeit zum Schreiben. Ich hätte gleich auf Halde produzieren sollen. Stoff genug gibt es ja. Übrigens war mein Facebook Posting, in dem ich auf meinen unterschriebenen Arbeitsvertrag hingewiesen habe, mein erfolgreichstes Facebook Posting ever. Die meisten meiner Freunde sind offenbar froh darüber, dass ich jetzt endlich wieder von der Straße weg bin.

Was macht man nach einer so aufregenden Phase im Leben? Man blickt zurück und zieht einen Schlussstrich. Unter diesem Schlussstrich steht dann, wie viele Kubikmeter Kabel auf dem Weg zum Ziel verlegt, wie viele Liter Glühbirnen pro schlafloser Nacht reingeschraubt und wie viele Messerspitzen Gummibärchen vor dem Computer sitzend gegessen wurden. Oder so ähnlich. Ihr kennt das ja. Ich habe das auch mal gemacht: Eine Bilanz über meine Bewerbungen und die unterschiedlichen Reaktionen darauf. Damit ihr das ganze besser einordnen könnt, hier einmal die Rahmenbedingungen:

Ich habe im März 2015 angefangen, mich um einen neuen Job zu bewerben. Ende Mai wurde ich betriebsbedingt gekündigt. Ab dem 1. Juni war ich freigestellt und vom 1. bis 31. August war ich arbeitslos. Die folgenden Angaben beziehen sich also auf einen Zeitraum von sechs Monaten.

30 Bewerbungen verschickt
28 Eingangsbestätigungen erhalten
2 Bewerbungen blieben völlig ohne Reaktion (trotz Nachfrage)
7 Rohrkrepierer (nach Eingangsbestätigung nie mehr was gehört (trotz Nachfrage))
12 Absagen irgendwann nach der Eingangsbestätigung
9 Einladungen zu Vorstellungsgesprächen
2 Absagen von mir (beide vor dem Vorstellungsgespräch)
7 geführte Vorstellungsgespräche
0 Absagen von Unternehmen nach dem Gespräch
1 Gespräch komplett ohne Feedback (trotz Nachfrage, ist jetzt über 2 Monate her)
6 Einladungen zu Zweitgesprächen
6 geführte Zweitgespräche
0 Absagen von Unternehmen nach dem Zweitgespräch
2 konkrete Jobangebote nach dem Zweitgespräch (eins hab ich angenommen, eins abgesagt)
4 Zweitgespräche komplett ohne Feedback (trotz Nachfrage; alle 2 Monate oder länger her)

14 Unternehmen haben an irgendeiner Stelle im Bewerbungsprozess ohne ein erklärendes Wort den Kontakt zu mir abgebrochen. Das sind fast 50 Prozent der von mir angeschriebenen Firmen. Für euch heißt das: Wenn ihr einen neuen Job sucht, solltet ihr mindestens zwei Bewerbungen rausschicken. Es ist nämlich davon auszugehen, dass eine davon einfach im Sande verlaufen wird. Für die Zeit dazwischen braucht ihr ein dickes Fell. Das beweisen nicht nur meine eigenen Stories, sondern auch die ganzen Geschichten, die ihr in den Kommentaren hinzugefügt habt. Da ist echt krasser Shit dabei, Leute! Zuerst hab ich mich darüber gefreut, nicht die Einzige zu sein, der so etwas passiert. Aber bei einigen der Geschichten konnte ich nur mit dem Kopf schütteln. Das sind Erfahrungen, die niemand machen sollte.

                                                       

Mir war es wichtig, jetzt den oben erwähnten Schlussstrich unter diese Lebensphase zu ziehen, denn ich möchte mich mit voller Kraft in meine neuen Aufgaben stürzen. Aber es ist nur ein Schlussstrich, kein Schlusswort. Denn, wie gesagt: Ich hab noch ein paar Stories in der Schublade. Die verrückteste (sympathisch verrückt) erzähle ich dann in sechs Monaten. Nach meiner Probezeit.