Archiv für den Monat: Mai 2014

Bretonische Verhältnisse

Auf der Suche nach einem neuen Kommissar bin ich in der Bretagne gelandet, bei Kommissar Georges Dupin. In Bretonische Verhältnisse durfte ich ihn bei seinem ersten (von Jean-Luc Bannalec dokumentierten) Fall begleiten, und das habe ich gern gemacht. Von der ersten bis zur letzten Seite war mir der Eigenbrötler sympathisch. Vielleicht liegt das an unserer gemeinsamen Vorliebe für Kaffee. Vielleicht auch bloß daran, dass er ein komischer Vogel ist und ich komische Vögel grundsätzlich ganz gern mag. Wie auch immer: Ich finde Georges Dupin gut. Hin und wieder habe ich allerdings mit seinem Team gelitten, das er so gar nicht über seine Gedankengänge informiert. Er kommandiert sie einfach herum ohne zu erläutern, was das alles soll.

Den Fall selbst fand ich auch interessant: Ein 91jähriger Hotelbesitzer wird ermordet, und das, nachdem er gerade eine niederschmetternde Diagnose von seinem Hausarzt bekommen hat. Er hätte ohnehin nicht mehr lange zu leben gehabt. Es hätte jede Minute vorbei sein können mit ihm. Während Dupin nach dem Motiv und dem Mörder sucht, habe ich viel über die Bretagne und ihre Bewohner erfahren. Ich möchte nicht zu viel verraten. Bei einem Krimi ist da ja jedes Wort auf die Goldwaage zu legen. Aber ich kann Bretonische Verhältnisse uneingeschränkt empfehlen. Den zweiten Fall von Dupin, Bretonische Brandung, habe ich mir bereits auf meinen Kindle geladen.