Archiv für den Monat: Januar 2011

Storytelling

„Storytelling. Das Praxisbuch“ von Karolina Frenzel, Michael Müller und Hermann Sottong. Wer von Grund auf lernen möchte, wie man eine Geschichte aufbaut, schafft das mit diesem Buch. Ich fand es wirklich gut. Die Technik ist mir ebenso klar geworden wie Sinn, Zweck und Ziele des Storytelling.

Man könnte jetzt kritisch anmerken, dass sich die Autoren selbst bei diesem Buch nicht an die Regeln des Storytelling halten und eher dozieren als erzählen. Ich finde das aber sehr angenehm weil glaubwürdig. Das Buch ist 250 Seiten lang. Diese Seiten komplett mit einer Geschichte über das Storytelling zu füllen halte ich für schwierig. Ich glaube, damit wären mir die Autoren auch auf den Keks gegangen.

Stattdessen gibt es gute Beispiele (davon weder zu viele noch zu wenige), praktische Checklisten, Anleitungen und Übungen für den Selbstversuch und eine Hand voll hilfreiche Grafiken. Letzteres finde ich besonders bemerkenswert. Ich bin kein visueller Mensch – mir fällt es schwer, Grafiken zu lesen und zu verstehen. Das war hier mal anders.

Also: Ich kann das Buch empfehlen.

Gute Vorsätze

Oh Mann! Ich hab mir so viel vorgenommen. Ein Lese-Tagebuch. Hah! Konnte ich damals ahnen, dass ich so sehr mit Lesen beschäftigt sein würde, dass ich nicht zum darüber Schreiben komme? Hm. Also, um überhaupt mal wieder was zu posten kommt hier eine Liste der Bücher, die ich in den vergangenen Wochen gelesen habe.

Erst mal die Sach- / Fachbücher:

Social Media Handbuch von Daniel Michaelis und Thomas Schildhauer:
Interessante Sammlung; einiges aber echt schwer lesbar…

Storytelling von Dieter Herbst:
Seine Bücher lesen sich immer gut; das hier stellt keine Ausnahme dar. Gute Investition.

Social Media. Wie sie mit Twitter, Facebook & Co. Ihren Kunden Näher kommen von Thomas Pfeiffer und Bastian Koch.
Kurze Antworten auf drängende Fragen – ich finde es ziemlich gut aufbereitet. Als Basis und Anleitung zur weiterführenden Recherche gut brauchbar.

Elektronische Unternehmenskommunikation von Frank Martin Hein.
Das Buch ist extrem teuer, aber jeden Cent wert. Man bekommt wirklich relevante Informationen und das auch noch gut aufbereitet.

Hab ich etwas vergessen? Bestimmt… Macht nichts.

Die Brenner-Romane

Heute habe ich den sechsten der Brenner-Romane von Wolf Haas zu Ende gelesen. Was soll ich sagen? Das war zwar nicht das, was ich normalerweise als gute Krimis bezeichnen würde. Aber der Schreibstil war irgendwie einfach „ding“. Ich habe oft laut gelacht – wann passiert das mal beim Lesen? Ok, bei Helge Schneider vielleicht. Für mich auf jeden Fall ein großer Pluspunkt.
Was ich bemerkenswert fand: obwohl der Ich-Erzähler eine sehr einfache Sprache verwendet, waren die Bücher für mich keine Leichte Kost. Ich hab immer wieder den Faden verloren und war verwirrt. Das ist wohl auch der Grund dafür, dass ich für keinen der sechs Romane eine vernünftige Inhaltsangabe schreiben könnte… Irre, das alles müsste eigentlich zu einem vernichtenden Gesamturteil führen. Aber ich kann alle sechs Folgen uneingeschränkt empfehlen. Es gibt wohl noch einen siebten Band – was ich nach dem Ende von „Das ewige Leben“ irgendwie „ding“ finde. Ich weiß noch nicht, ob ich den lese. Schauen wir mal.
Hier noch ein paar Textstellen aus Band 4 (mein Favorit) „Silentium!“, über die ich besonders laut lachen musste (auf der Heimfahrt von Berlin nach Köln im ICE):
„Und Lift hat das Haus natürlich auch keinen gehabt, weil Denkmalschutz, da hat der Papst gesagt, wir können den Leuten nicht alles verbieten, den Empfängnisschutz oder meinetwegen AIDS-Schutz verbieten wir ihnen, aber da muss man diplomatisch sein, und Denkmalschutz lassen wir ihnen wieder. Jetzt alte Geschichte, wenn dir nicht viel erlaubt ist, freust du dich über das wenige umso mehr, jetzt haben die Denkmäler in Salzburg nur so geglüht vor lauter Schutz.“ (Auszug aus Kapitel 6)
„Jetzt Party. Seit ein paar Jahren war die Tochter vom Festspielvize auch ein bisschen Präsidentin, nicht von den Festspielen, sondern quasi Wohltätigkeitspräsidentin. Weil Wohltätigkeit nie für den Hugo. Sondern das Geld, das hereingekommen ist, nur für den Schwachen, entweder vom sozialen dings her schwach, oder sagen wir Afrika unten, wo sie die Kondome lieber aufsparen als Willkommensluftballone für den nächsten Papstbesuch.“ (Auszug aus Kapitel 7)
„In Körben tragen Frauen Eingeweide, ist ihm durch den Kopf geschossen, während er seine Eingeweide entleert hat, direkt auf den Boden, aber vom Reinlichkeitsstandpunkt kein Problem, weil der ganze Boden war sowieso über und über voller, wie soll ich sagen: Eingeweide. Das war die reinste Schlachtplatte aus zwei Personen. Aber bei Schlachtplatten kann man sich oft furchtbar täuschen. Weil im Gasthaus reicht die Schlachtplatte für eine Person meistens für zwei Personen, und die Schlachtplatte für zwei Personen reicht oft für vier Personen! Jetzt hat der Brenner erst bei näherem Hinsehen bemerkt, dass es sich nur um eine einzige Leiche handelt.“ (Auszug aus Kapitel 9)